Häufige Fragen

Wenn Sie oder ein Angehöriger von Ihnen pflegebedürftig wird, stellen sich viele Fragen. Einige davon können wir hier bereits beantworten:

Welche Pflegestufen gibt es? 

Je nach Umfang des Hilfebedarfs werden pflegebedürftige Menschen durch die Gutachter des MDK einer von drei Pflegestufen zugeordnet.

 

Pflegebedürftige der Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige) sind Personen, die bei der Grundpflege (der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität) für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand

beträgt täglich mindestens 1,5 Stunden, hierbei müssen auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen.

 

Pflegebedürftige der Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Grundpflege (der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität) mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der tägliche Zeitaufwand beträgt mindestens drei Stunden, hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen.

 

Pflegebedürftige der Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Grundpflege (der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität) täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der tägliche Zeitaufwand beträgt mindestens fünf Stunden, hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen. Im Rahmen der Pflegestufe III gibt es darüber hinaus bei außergewöhnlich

hohem Pflegebedarf eine Härtefallregelung.

 

Je nach Pflegestufe unterscheiden sich die Leistungen der Pflegekasse. Wer nicht in eine dieser Stufen einzuordnen ist und dennoch einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung hat, kann auch Hilfe bekommen. Hier greift die so genannte „Pflegestufe 0" und hilft Menschen, die durch erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz Betreuungsbedarf haben. Das betrifft vor allem viele dementiell erkrankte Menschen.

Wer bezahlt die Pflege? 

Die Pflegeversicherung ist eine umlagefinanzierte Pflichtversicherung im Rahmen des deutschen Sozialversicherungssystems. Die Pflegekasse ist unter dem Dach der gesetzlichen Krankenkasse angesiedelt. Wer also beispielsweise bei der AOK rankenversichert ist, ist dort auch pflegeversichert. Sie trägt bei nachgewiesenem, erheblich erhöhtem Bedarf an grundpflegerischer und an hauswirtschaftlicher Versorgung von voraussichtlich mehr als 6 Monaten Dauer einen Kostenanteil der häuslichen oder stationären Pflege.

 

Die Pflegeversicherung ist als „Teilkaskoversicherung" und Risikoversicherung eingeführt worden. Mit einem Beitragssatz von 1,95 Prozent kann eine Rund-um-die-Uhr-Pflege nicht finanziert werden. Es bedarf also auch einer „Selbstbeteiligung". Damit diese jedoch nicht immer größer wird, werden die Pflegeleistungen mit der Reform 2008 angehoben. Konkret gestaltet sich das so:

Mit einer Erhöhung des Beitragssatzes auf 1,95 % werden die monatlichen Leistungen für Pflegebedürftige spürbar angehoben.

 

Leistungen der Pflegeversicherung ab 2008 im Überblick

Wie oft bekomme ich Hilfeleistungen? 

Diese Entscheidung obliegt dem Pflegebedürftigen selbst. Er legt fest, wann und in welchem Umfang er die Pflege wünscht. Er sollte bei dieser Entscheidung die Beratung durch die Pflege Diakonie und die Meinung seiner Angehörigen einbeziehen.

Wer entscheidet, ob jemand hilfebedürftig ist oder nicht? 

Stellen Sie einen Antrag bei der Pflegekasse. Diese beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung zur Feststellung Ihrer Pflegebedürftigkeit. In der Regel wird der MDK bei einem Hausbesuch die hilfsbedürftige Person untersuchen und auf dieser Grundlage der Pflegekasse die Pflegestufe empfehlen.

 

Bevor der MDK kommt, sollten Sie ein Pflegetagebuch führen und genau aufschreiben, wobei geholfen werden muss (zum Beispiel Waschen, Anziehen, Essen) und wie viel Zeit die Hilfe jeweils in Anspruch nimmt. Diese Angaben sind wichtig für die Begutachtung durch den MDK. Sie machen aber auch den Angehörigen deutlich, wie hoch der Zeitaufwand für die Pflege wirklich ist.

 

Privat Versicherte stellen einen Antrag bei ihrem Versicherungsunternehmen; die Begutachtung erfolgt dort durch die Firma MEDICPROOF.

Wie erhalte ich Leistungen von der Pflegeversicherung? 

Pflegebedürftig ist, wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung bei den alltäglichen Dingen im Leben in erheblichem oder höherem Maße Hilfe braucht und vieles nicht mehr allein bewerkstelligen kann, und dies dauerhaft oder voraussichtlich für wenigstens sechs Monate. Ist dies bei Ihnen oder einer Ihnen nahestehenden Person der Fall, sollten Sie sich an Ihre Kranken- bzw. Pflegekasse wenden, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind. Dort werden Sie über alle im Zusammenhang mit der Pflegebedürftigkeit stehenden Fragen beraten. Diesen ersten Schritt kann auch ein Familienangehöriger, Nachbar oder guter Bekannter tun, wenn er oder sie dazu bevollmächtigt wird. Wer privat krankenversichert

ist, sollte sich an das private Krankenversicherungsunternehmen wenden, bei dem er pflegeversichert ist.

Welche Kosten kommen auf mich zu? 

Leistungen der Pflegeversicherung:

Lassen Sie sich ausführlich vom Pflegedienst beraten. Holen Sie notfalls ein zweites Angebot ein. Der Zuschuss durch die Pflegekasse richtet sich nach der zuerkannten Pflegestufe und wird direkt vom Pflegedienst mit der Pflegekasse abgerechnet. Alle Kosten, die darüber hinaus gehen, gelten als Eigenanteil und sind somit vom Versicherten zu tragen. Die Pflege Diakonie erstellt Ihnen gern einen unverbindlichen Kostenvoranschlag über die voraussichtlich zu erbringenden Leistungen und berechnet den zu erwartenden Eigenanteil (bzw. anteilige Pflegegeldauszahlung).

 

Leistungen der Krankenversicherung:

Bei Inanspruchnahme von Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege sind je Verordnung 10 € und für die ersten 28 Tage ein Eigenanteil von 10% zu entrichten. Die Rechnungsstellung erfolgt durch die jeweilige Krankenkasse. Anerkannte Befreiungen von Zuzahlungen zur gesetzlichen Krankenversicherung gelten auch hier.

Für Privatversicherte gelten die individuell abgeschlossenen Tarife der einzelnen Versicherungen. Diese können, was die Leistungen der häuslichen Krankenpflege betrifft, erheblich voneinander abweichen.