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Gut alt werden in Klausdorf - Diakonie startet Sozialraumanalyse

Wie lebt es sich in Klausdorf? Gibt es genug Einkaufsmöglichkeiten, Hilfsangebote und nachbarschaftliche Unterstützung, damit die Klausdorfer auch im Alter gerne in ihrem Stadtteil bleiben? Die Stadt Schwentinental will für die Zukunft gut vorbereitet sein und rechtzeitig Strukturen schaffen, die es allen Generationen ermöglichen, lange selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Nach der Analyse des Ortsteils Raisdorf im letzten Herbst rückt jetzt die Situation in Klausdorf in den Fokus. In Kooperation mit der Stadt wird die Diakonie Altholstein in den nächsten Monaten dafür eine Sozialraumanalyse durchführen.

„Der demographische Wandel ist ein Riesenthema“, stellt Michael Stremlau fest, Bürgermeister von Schwentinental. Ein Drittel der Bewohner des nördlichen Stadtteils Klausdorf sind über 60 Jahre alt, doch in die Neubaugebiete ziehen auch immer mehr Familien mit Kindern. Stremlau ist wegen dieser Mischung sehr gespannt auf die Ergebnisse der im Juli geplanten Bürgerbefragung. Mit Fragebögen wollen Semra Basoglu und Marion Janser von der Diakonie Altholstein in einem ersten Schritt von den Anwohnern selber erfahren, wie sie die Wohnsituation beurteilen: Helfen die Nachbarn sich untereinander? Gibt es ausreichend Ärzte, die gut zu erreichen sind?

„Uns ist es wichtig, die Klausdorfer selber zu Wort kommen zu lassen“, sagt Projektmanagerin Semra Basoglu, „Dabei sind alle Generationen gefragt.“ Möglichkeiten der Beteiligung gibt es bei einer Bürgerversammlung am 12. Juli und einer Quartiersbegehung am 19. Juli. Zusätzlich werden Schlüsselpersonen interviewt, die dem Stadtteil verbunden sind.

Die Ergebnisse der Analyse sollen die Grundlage für die Planung eines zukünftigen Quartiersmanagements bilden. Wenn es nach den Wünschen von Bürgermeister Stremlau geht, mit jeweils einer Anlaufstelle für Raisdorf und Klausdorf. Die Förderung dafür für drei bis fünf Jahre soll vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) kommen, das schon die Befragung zu 80% finanziert.

„Ein typisches Projekt für ein Quartiersmanagement wäre zum Beispiel ein Nachbarschaftsladen“, so Marion Janser, die für die vier Kieler Quartiersbüros der Diakonie Altholstein zuständig ist. Die Nahversorgung mit Lebensmitteln wird auch nach Einschätzung von Michael Stremlau in Klausdorf ein weitaus größeres Thema als in Raisdorf sein, wo eine hohe Zufriedenheit mit den Einkaufsmöglichkeiten herrscht.

Angesichts der älter werdenden Bevölkerung rückt auch der Bedarf an alternativen Wohnformen in den Fokus. „Seit einigen Jahren haben wir in der Betreuten Wohnanlage Wartelisten“, berichtet Uta Lemburg, Pflegedienstleitung der Pflege Diakonie, „Sobald eine Wohnung frei wird, ist sie wieder weg.“ Auch das Interesse an Tagespflegeplätzen, die es ermöglichen, trotz Pflegebedarf in der eigenen Wohnung zu bleiben, nehme deutlich zu. Die Diakonie Altholstein betreut mit der Station der Pflege Diakonie und dem Betreuten Wohnen in der Dorfstraße schon seit über 20 Jahren Senioren in Klausdorf. Sie will ihre Aktivitäten im Quartier erweitern und an der Entwicklung des Ortsteils mitwirken.

Um in der vertrauten Umgebung gut alt werden zu können, gehört nach Ansicht von Marion Janser mehr als Versorgung und Pflege: „Es geht auch darum, miteinander Spaß zu haben und sich in einer lebendigen Nachbarschaft umeinander zu kümmern.“

Der Fragebogen zur Bürgerbefragung liegt der Juli-Ausgabe des Stadtmagazins bei und wird in Klausdorf verteilt. 

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