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Selbstvertrauen zurückgewinnen im Sozialkaufhaus Neumünster

Neumünster. Mit einem Lächeln steht David Kreutzfeldt im Sozialkaufhaus der Diakonie Altholstein im Parkcenter und bedient Kunden. Seit April arbeitet der 27-Jährige im Verkauf. Über diese Tätigkeit soll er für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. „Wir bieten im Verkauf, im Lager, in der Textilaufbereitung und im Abholservice sowie beim Stromsparcheck Qualifizierungsmaßnahmen an“, sagt Stephanie Vallentin, Geschäftsbereichsleiterin Arbeit und Bildung. Die Teilnehmerzahlen sind abhängig von den Zuweisungen der Agentur für Arbeit.

David Kreutzfeldt gefällt seine Arbeit im Sozialkaufhaus. „Der Kontakt mit den Kunden bringt mir viel Spaß“, sagt er. So macht sich Kreutzfeldt auch schon mal Gedanken, wenn eine ältere, lieb gewonnene Stammkundin längere Zeit nicht kommt.
Fünf Tage die Woche arbeitet er im Sozialkaufhaus. „Alle zwei Wochen habe ich auch Dienst am Samstag“, berichtet er. In zwei Schichten wird im Sozialkaufhaus gearbeitet. „Damit wollen wir möglichst reale Bedingungen, wie am ersten Arbeitsmarkt, schaffen“, sagt Anja Bottke, die die Arbeitsprojektleitung innehat. Seit Kurzem hat Kreutzfeldt die Aufgabe des Dienst- und Kassenpläneschreibens übertragen bekommen. „Ich muss unter anderem darauf achten, dass die freien Tage richtig eingetragen werden“, berichtet er.
Aktuell sind im Sozialkaufhaus afrikanische Wochen. „Die Artikel sind der Renner. Wir haben solche Motto-Aktionen nur einmal im Jahr“, sagt Bottke. Nicht nur afrikanische Bilder, Holz- oder Porzellanelefanten gibt es für Kunden mit schmalem Geldbeutel zu erstehen, sondern auch Kleidung.

Bei den Spenden werden aber auch Alltagsgegenstände wie Geschirr, Töpfe oder Kochlöffel gebraucht. „Da ist die Nachfrage besonders groß“, sagt Bottke. Allerdings werden auch Möbel dringend gesucht. „Wir haben ein Sommerloch bei Möbeln“, sagt Bottke ernst. Gerade kleine Wohnwände, die nicht größer als zwei Meter sind, oder Kommoden werden benötigt. „Die Leute haben kleine Wohnungen und brauchen Möbel die hineinpassen“, berichtet Kreutzfeldt. Auch wenn Schrankwände, Tische oder Kommoden gesucht werden – eins geht gar nicht: Eiche Rustikal. „Die lehnen wir tatsächlich ab, weil keiner die massiven Möbel mehr kauft“, erzählt Bottke. Auch Röhrenfernseher werden nicht mehr angenommen, sonst sind alle Spenden willkommen. Insbesondere Spielzeug für Kinder. „Wir bekommen ganz selten welches gespendet und wenn wir mal Puppen, Autos oder Lego haben, sind die sofort weg“, sagt Bottke.

Abgegeben werden können Spenden während der Öffnungszeiten (montags bis freitags 10 bis 16 Uhr und samstags 10 bis 15 Uhr). „Wir holen auch kostenlos die Spenden ab und ist es nur eine Tüte mit Kleidung“, sagt Bottke. Bevor die gespendeten Sachen in den Verkauf gehen, werden sie angeschaut. „Wir waschen und bügeln Spenden und arbeiten sie auch auf“, berichtet die Projektleitung. Sollte die Kleidung nicht mehr zu verkaufen sein, werden daraus beispielsweise Einkaufstaschen oder Topflappen. „Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig“, betont Bottke. Sollten die Sachen dafür zu schlecht sein, werden diese an eine Firma gegeben, die daraus unter anderem Malerfliese herstellen.

Wie teuer ein Kleid oder eine Kommode verkauft werden, hängt von der Wertigkeit ab. „Wir haben dafür einen Katalog entwickelt und wollen auch, dass unsere Kunden die Waren schätzen“, sagt Bottke. Es gibt aber auch Artikel, die immer gleich viel kosten. Kaffeebecher gibt es beispielsweise für 30 Cent das Stück, einzelne Bestecke kosten 10 Cent und ein großes Badelaken gibt es für 1,70 Euro. „Immer wieder erleben wir es, dass jedes Teil hier seinen Liebhaber finden. So hat sich letztens ein Kunde sehr über zwei Zinnteller gefreut“, berichtet Kreutzfeldt, dem es am Herzen liegt, wenn die Kunden das Sozialkaufhaus mit einem Lächeln verlassen.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.diakonie-altholstein.de/de/sozialkaufhaeuser


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