20 Jahre Expertise für den Kreis Segeberg
Wohnungslosigkeit oder Wohnungsnotlagen sind auch im Kreis Segeberg tägliche Realität. Oft sind sie das Ergebnis vielfältiger Faktoren: geringes Einkommen, Krankheit, Trennung, Mietrückstände oder eine sich zuspitzende Lebenssituation. Für Betroffene bedeuten solche Ereignisse nicht selten eine rasche Verschärfung des Alltags: Drohende Räumungen, der Verlust sozialer Stabilität und zunehmende Belastungen für Gesundheit und Teilhabe. Je früher Unterstützung greift, desto eher lassen sich Risiken begrenzen und die Weichen für eine Rückkehr in verlässliche Wohnverhältnisse stellen.
Hier setzt die Wohnungsnotlagenberatung der Diakonie Altholstein an: Sie unterstützt dabei, Problemlagen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam passende und individuelle Lösungen zu erarbeiten, sei es die Sicherung eines bestehenden Mietverhältnisses oder die nachhaltige Vermittlung weiterer Hilfsangebote.
Flächendeckend, niedrigschwellig, inklusiv
Seit 2006 ist die Diakonie Altholstein mit ihrer Wohnungsnotlagenberatung im Kreis Segeberg aktiv. Das Angebot richtet sich an alle, deren Wohnsituation unzumutbar geworden ist oder die ihren Wohnraum verloren haben. Mit Standorten in Bad Segeberg, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt, Wahlstedt und Bornhöved sowie regelmäßigen Sprechstunden in den Jobcentern Bad Segeberg und Kaltenkirchen ist die Beratung flächendeckend und leicht zugänglich. Für Menschen mit Pflegegrad oder Gehbehinderung bietet das Team zudem eine mobile Beratung an, inklusive Hausbesuche, falls nötig.
In den vergangenen 20 Jahren lag der Fokus primär auf der Beratung in Wohnungsnotlagen. Zwischen 2017 und 2025 wurde das Angebot durch Wohnkompetenztrainings und die Wohnraumakquise für Menschen mit Migrationshintergrund zunächst in einer Gemeinschaftsunterkunft in Warder, später im gesamten Kreisgebiet (außer Norderstedt) erweitert. Dieses ergänzende Angebot endete 2025 auf Beschluss des Kreises, sodass sich die Diakonie seitdem wieder auf die Beratungstätigkeit als ihre Kernaufgabe konzentriert.
Zahlen, die für 20 Jahre wirksame Arbeit sprechen
Die Wohnungsnotlagenberatung der Diakonie Altholstein ist nicht nur eine wichtige Anlaufstelle, sondern auch ein Erfolgsmodell: Die Beratungszahlen sind seit Jahren auf hohem Niveau. Allein 2025 kamen 700 neue Fälle hinzu, eine Zahl, die sich in den Vorjahren ähnlich darstellte. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1.828 Menschen unterstützt, darunter 414 Kinder, deren Eltern die Beratung in Anspruch nahmen. In 342 Fällen konnte die Wohnungsnotlage erfolgreich abgewendet oder behoben werden, weitere 304 Fälle fanden einen anderen positiven Abschluss.
Besonders in der kalten Jahreszeit engagiert sich das Team mit dem Kälteschutzprogramm: Warme Schlafsäcke, Decken und selbstgestrickte Mützen und Handschuhe aus der Aktion „Wärmestricken“ helfen, das Leben auf der Straße erträglicher zu machen.
„Wohnungsnot ist eine der drängendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit und kann jede und jeden treffen. Steigende Mieten, knapper Wohnraum und prekäre Lebensumstände führen dazu, dass immer mehr Menschen von Wohnungslosigkeit bedroht sind“, betont Gesa Kitschke, Geschäftsführerin der Diakonie Altholstein. Die Wohnungsnotlagenberatung leistet hier nicht nur akute Hilfe, sondern arbeitet präventiv und nachhaltig: Durch individuelle Beratung, Vermittlung in Notunterkünfte, Unterstützung bei der Wohnungssuche und Begleitung in behördlichen Angelegenheiten gelingt es häufig, Wohnungsverlust zu verhindern oder die Situation der Betroffenen deutlich zu verbessern.
„Der Weg raus aus einer Wohnungsnotlage ist aktuell schwerer denn je. Zudem ist der Wohnungsmarkt nicht niedrigschwellig, da strukturelle und digitale Hürden für viele Klient*innen eine unüberwindbare Barriere darstellen“, erklärt Norbert Penning, Fachbereichsleiter Wohnungsnotlagenberatung.
Bedeutung für den Kreis Segeberg
„Die Wohnungsnotlagenberatung ist ein zentraler Baustein der sozialen Infrastruktur im Kreis Segeberg“, unterstreicht Jörg Buthmann, Kreispräsident des Kreises Segeberg. „Die langjährige, fachlich qualifizierte Arbeit der Diakonie Altholstein und die gute Vernetzung mit allen relevanten Akteur*innen sind ein Erfolgsmodell dafür, gemeinsam Lösungen für soziale Herausforderungen zu finden.“
Seit 2026 wird die Beratung über ein neues Vertragskonstrukt mit Fachleistungsstunden finanziert. „Die Umstellung stellt uns vor deutliche Herausforderungen, deren Auswirkungen wir aktuell noch nicht abschließend bewerten können“, so Gesa Kitschke. „Doch unser Ziel bleibt: Mit fachlich fundierter Beratung gelingt es häufig, die Wohnungsnotlage positiv zu verändern. Langjährige Fachlichkeit ist dabei durch nichts zu ersetzen. Daran werden wir auch in den nächsten 20 Jahren arbeiten.“
Foto: Berater Sebastian Kühn und Fachbereichsleiter Norbert Penning von der Wohnungsnotlagenberatung der Diakonie Altholstein (v.li.).

