„Kein Mensch muss allein sein, wenn das Leben zu Ende geht. Das wollen wir mit dem Bau des Maria&Martha-Hospizes für die Stadt Neumünster und die Region sicherstellen“, sagt Gesa Kitschke, Geschäftsführerin der Diakonie Altholstein. „Mit diesem Hospiz schaffen wir einen Ort, der dem Sterben seinen Platz im Leben gibt – nah bei den Menschen, die Begleitung und Geborgenheit brauchen.“ Dabei kooperiert die Diakonie Altholstein eng mit der Hospiz Initiative, die bereits seit knapp 30 Jahren in der ambulanten Palliativversorgung der Menschen tätig ist. Diese Partnerschaft mündet nun in dem weiteren gemeinsamen Vorhaben das stationäre Hospiz in Neumünster zu betreiben. Die letzte Lebensphase ist für viele Angehörige und Freund*innen eine Zeit der Krise, der Angst und Unsicherheit. Was geschieht im Sterben? Wie geht das überhaupt? Was kann ich tun? Fragen wie diese begleiten Betroffene wie Angehörige in dieser besonderen Zeit. Das Maria&Martha-Hospiz möchte genau jener Ort werden, an dem schwerstkranke Menschen – in der Nähe ihrer Familie und vertrauten Umgebung – bis zuletzt gut begleitet leben und sterben können.
Eine Versorgungslücke wird geschlossen
In Schleswig-Holstein gibt es aktuell 13 stationäre Hospize mit insgesamt 149 Plätzen. Die Empfehlungen der Fachgesellschaften (50 Betten je 1 Mio. Einwohner*innen in stationären Hospizen) werden künftig mit dem Neubau in Neumünster sowie einem weiteren geplanten stationären Hospiz in Oldenburg in Holstein (ebenfalls 12 Plätze) sogar übertroffen. In Neumünster und Umgebung wurde in den vergangenen Jahren eine flächendeckende ambulante Palliativversorgung aufgebaut. Seit über 14 Jahren bietet die Diakonie Altholstein eine qualifizierte ambulante Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen. Doch bislang existiert keine stationäre Hospizversorgung vor Ort. Patient*innen müssen auf weit entfernte Einrichtungen ausweichen – eine große Belastung für die Betroffenen und ihre Angehörigen. „Das Maria&Martha-Hospiz wird diese Lücke schließen. Der Spatenstich ist für uns ein Moment tiefer Dankbarkeit“, sagt Gesa Kitschke. „Nach zwei Jahren intensiver Arbeit, unzähligen Gesprächen und viel Zuspruch wird unsere Vision endlich Realität. Dieses Haus wird Menschen in ihrer letzten Lebensphase Zuwendung, Trost und Geborgenheit schenken.“
Gemeinsames Engagement von Stadt, Land und Zivilgesellschaft
Dieses Projekt wächst aus einer starken Kooperation – denn das Maria&Martha-Hospiz ist ein Gemeinschaftsprojekt von Diakonie, Stadt, Land und vielen engagierten Menschen und Initiativen. Den entscheidenden Impuls erhielt das Projekt im Februar 2025, als die Ratsversammlung Neumünster eine Förderung in Höhe von 360.000 Euro bewilligte. Tobias Bergmann, Oberbürgermeister der Stadt Neumünster erklärt die Bedeutung des Hospizes: „Mit diesem Bauvorhaben stärken wir die Hospizversorgung in Neumünster und Umgebung. Künftig können schwerkranke Menschen in ihrem Wohnort, menschlich und professionell begleitet werden. Das ist ein großer Gewinn für unsere Stadt und die Region.“ Zusammen mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 250.000 Euro wurden die Voraussetzungen für den Baubeginn geschaffen. Aminata Touré, Sozialministerin des Landes Schleswig-Holstein, würdigte das gemeinsame Engagement von Land, Stadt und Diakonie: „Das Maria&Martha-Hospiz ist ein wichtiger Baustein für die Versorgungsstruktur in Schleswig-Holstein. Es ist das 14. stationäre Hospiz in unserm Bundesland. Damit stocken wir unser Angebot an Hospizbetten entscheidend auf, in einer Region, die bislang noch nicht ausreichend versorgt ist.“
„In der biblischen Erzählung stehen Maria und Martha für zwei Haltungen, die sich gegenseitig ergänzen: das hörende, mitfühlende Herz und das tätige, sorgende Handeln. Beides gehört untrennbar zusammen. Das Hospiz, das ihren Namen trägt, soll Ausdruck dieser gelebten Nächstenliebe sein – ein Ort, an dem Menschen ihre letzte Lebenszeit in Würde, Zuwendung und behüteter Gemeinschaft verbringen dürfen“, sagt Nora Steen, Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein.
Starker Rückhalt in der Bevölkerung
Viel Engagement und eine beeindruckende Spendenbereitschaft haben das Projekt in den vergangenen Monaten unterstützt. Zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und persönliche Initiativen haben dazu beigetragen, die Idee in der Öffentlichkeit zu verankern und wichtige finanzielle Unterstützung zu sichern.
„Jeder Beitrag, jede Veranstaltung, jedes Gespräch hilft uns, diesem Ziel näher zu kommen. Der Zuspruch zeigt, wie groß der Rückhalt in der Bevölkerung ist“, betont Gesa Kitschke. „Damit das Maria&Martha-Hospiz Wirklichkeit werden kann, bleibt diese Unterstützung unerlässlich – wir sind für Bau und späteren Betrieb weiterhin zwingend auf die Hilfe und Solidarität vieler angewiesen.“
Blick nach vorn
Die Fertigstellung des Maria&Martha-Hospizes ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Zum Jahresende 2025 steht ein weiterer wichtiger Schritt bevor: Das SAPV-Team der Diakonie Altholstein wird in das ehemalige Pastorat im Roschdohler Weg umziehen und damit künftig Tür an Tür mit dem entstehenden Hospiz arbeiten. So rücken die palliativmedizinischen Angebote der Diakonie Altholstein noch näher zusammen – für eine noch bessere Begleitung schwerstkranker Menschen in Neumünster.
„Ein symbolischer Moment, der sichtbar macht, was in den vergangenen Monaten gewachsen ist: Hoffnung, Zusammenhalt und der feste Wille, in Neumünster einen Ort für Leben und Würde zu schaffen“ freut sich Gesa Kitschke, Geschäftsführerin der Diakonie Altholstein.
Spenden
Jede Spende hilft, diesen Ort der Menschlichkeit Realität werden zu lassen – und langfristig zu sichern.
Spendenkonto
IBAN: DE 03 5206 0410 0005 0425 93
BIC: GENODEF1EK1
Oder online unter:
www.maria-martha-hospiz.de
