„Nach drei Jahren intensiver Arbeit, unzähligen Gesprächen und viel Zuspruch wird unsere Idee endlich Realität”, freut sich Gesa Kitschke, Geschäftsführerin der Diakonie Altholstein und fügt hinzu, „Heute sehen wir, dass sich jeder einzelne Schritt gelohnt hat, und wie viele Menschen diesen Weg mit uns gegangen sind."
Der Weg zum Richtfest
Am Anfang standen erste Gespräche zwischen der Diakonie Altholstein und der Hospiz-Initiative Neumünster e.V. Im Frühjahr 2023 stellten beide Partner ihr Vorhaben der Öffentlichkeit vor, im Herbst 2025 folgte der Spatenstich. Mit dem Richtfest ist nun der nächste große Schritt geschafft. Die Diakonie Altholstein ist Bauherrin und bringt ihre langjährige Erfahrung in der Versorgung schwerstkranker Menschen ein. Die Hospiz-Initiative Neumünster e.V. begleitet das Projekt als Kooperationspartnerin von Beginn an und unterstützt es mit ehrenamtlichem Engagement und ihrem Netzwerk in der Stadt.
„Es ist schön zu sehen, wie das Hospiz beim heutigen Richtfest Gestalt annimmt. Wir freuen uns, dass die Gründungsidee der Hospizinitiative nun verwirklicht wird. Mit Vorfreude Blicken wir auf die künftige Zusammenarbeit mit der Diakonie Altholstein im Hospiz, denn neben der stationären Begleitung Sterbender bleibt die ambulante Betreuung an großer Bedeutung", sagte Simone Bremer, erste Vorsitzende der Hospiz-Initiative Neumünster e.V.
Eine Versorgungslücke wird geschlossen
In Neumünster und Umgebung gibt es bislang kein stationäres Hospiz. Schwerstkranke Menschen mussten auf weit entfernte Einrichtungen ausweichen, was für sie und ihre Angehörigen eine große zusätzliche Belastung bedeutet, gerade in einer Zeit, in der Nähe besonders wichtig ist. Diese Lücke schließt nun das Maria&Martha-Hospiz.
Landesweit gibt es in Schleswig-Holstein derzeit 13 stationäre Hospize mit insgesamt 149 Plätzen. Mit dem Neubau in Neumünster und einem weiteren geplanten Hospiz in Oldenburg in Holstein mit ebenfalls zwölf Plätzen werden die Empfehlungen der Fachgesellschaften von 50 Hospizbetten je einer Million Einwohner*innen künftig übertroffen. Vor allem aber wird die Versorgung dort gestärkt, wo sie bisher fehlte.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit starkem Rückhalt
Das Maria&Martha-Hospiz ist aus einer starken Kooperation gewachsen: Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Diakonie Altholstein, der Stadt Neumünster und des Landes Schleswig-Holstein sowie vieler engagierter Menschen und Initiativen. Den entscheidenden Impuls erhielt das Vorhaben im Februar 2025, als die Ratsversammlung Neumünster eine Förderung von 360.000 Euro bewilligte. Gemeinsam mit 250.000 Euro vom Land Schleswig-Holstein schuf dies die Voraussetzungen für den Baubeginn. Die Baukosten einschließlich Ausstattung belaufen sich auf rund 6,1 Millionen Euro.
„Die Diakonie Altholstein ist durchaus stolz darauf, dass sie als regionales sozialwirtschaftliches Unternehmen solch ein großes Projekt realisieren kann. Dessen Finanzierung wäre nicht möglich ohne die Zuschüsse der Stadt Neumünster und des Landes Schleswig-Holstein. Bedeutend sind aber auch die vielen Einzelspenden und phantasievollen Aktionen wie die Kinovorstellungen und die eigens kreierte Pizza“, sagte Dr. Hans-Friedrich Traulsen, Aufsichtsratsvorsitzender der Diakonie Altholstein.
Auf Unterstützung weiterhin angewiesen
Auch nach der Eröffnung bleibt das Hospiz auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Die laufenden Kosten der stationären Hospizversorgung übernehmen die Kranken- und Pflegekassen nur zu 95 Prozent. Der verbleibende Anteil muss dauerhaft über Spenden aufgebracht werden, ebenso wie ein Teil der Baukosten.
„Die große Spendenbereitschaft der vergangenen Monate berührt uns zutiefst. Sie zeigt, wie sehr den Menschen in Neumünster und Umgebung dieses Hospiz am Herzen liegt. Dafür sind wir von Herzen dankbar, und sie gibt uns viel Zuversicht für die kommende Zeit", sagte Gesa Kitschke. Zugleich ruft sie die Neumünsteraner*innen dazu auf, das Maria&Martha-Hospiz weiterhin zu unterstützen, um den späteren Betrieb dauerhaft zu sichern. „Jede Spende, jede Veranstaltung und jedes Gespräch bringt uns diesem Ziel ein Stück näher. Dieses Haus wird Menschen in ihrer letzten Lebensphase Zuwendung, Trost und Geborgenheit schenken – und ihren Angehörigen einen Ort, an dem sie nicht allein sind."
Blick nach vorn
Die Fertigstellung des Maria&Martha-Hospizes ist für Mai 2027 vorgesehen.

